THARWARS
Teil 3 - und die Story geht weiter ... 2001-06-14

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21 - Die magische Analyse
»Sehr interessant, fürwahr! Es steht außer Frage, dass die Herkunft dieses Artefaktes magischer Natur nicht so ohne weiteres bestimmt werden kann. Ihr seid der Schmied, sagt Ihr?« Er musterte Tharseus argwöhnisch von oben nach unten.
Der rotgewandete Magier war offensichtlich nicht von hier, sonst hätte er Tharseus gekannt. Die Kutte, die er trug, wies ihn als Novize der Sorcerer´s Guild in Moonglow aus.
»Derselbe.« gab Tharseus knapp von sich. Er war noch nie mit Magiern gut ausgekommen, er fand sie überheblich und feige.
Der Novize hatte offensichtlich das Zeug zu einem ganz vortrefflichen Exemplar dieser Gattung, denn er schnaubte verächtlich und wandte sich theatralisch von Tharseus ab.
»Nun, zur näheren Untersuchung sehe ich mich hierzuorts außerstande. Die karge Einrichtung des Magierhauses von Papua erlaubt keinerlei hochwissenschaftliche Nachforschungen. Ich werde das Schwert an mich nehmen und es bei meiner Abreise mit nach Moonglow nehmen. Dort werden sich die arkanen Kapazitäten des Landes damit befassen. Ich bin sicher, ihr könnt mit einer Abhandlung über die Herkunft und Fähigkeiten dieses Schwertes noch bis zum Ende des übernächsten Sommers rechnen!«
Tharseus und Ramirez sahen sich perplex an.
Ramirez flüsterte Tharseus ins Ohr:
»Dieser Hornochse hat doch keine Ahnung! Nimm das Schwert, ich hab eine bessere Idee..«
Thar nickte und zählte im Geiste bis zweieinhalb, dann machte er einen entschlossenen Schritt auf den Magier zu und entriss ihm das magische Schwert.
Der Novize rang um Fassung.
»Ich habe einen anderen Vorschlag, Meister! Setzt Euch hinter eins Eurer gescheitesten Bücher und studiert doch das Kapitel Etikette noch einmal. Beim ersten Mal scheint Ihr ja daran gescheitert zu sein. Guten Tag!«
Und Thar, Ramirez und dessen Cousin, der ihnen Eintritt verschafft hatte zu den Magiern verließen die Hütte mit gemischten Gefühlen.
»Und was jetzt?« Tharseus wirkte ratlos.
»Keine Sorge, alter Schmied. Lass mich nur machen. Die Magier in Papua können wir abschreiben, die waren noch nie kompetent. Nicht umsonst gilt Papua unter den Magiern als Exil, in das diejenigen geschickt werden, die was ausgefressen, oder auch sonst nichts zustande gebracht hatten. Moonglow wäre über das magische Pentagramm am einfachsten zu erreichen, aber ich bin sicher, dass unser Freund da drinnen dafür sorgen würde, dass man uns auch dort nirgends helfen wird. Damit bliebe nur mehr der anstrengendere Weg... «
»Nach Delucia etwa?«
»Ja Delucia. Die Reise wird nicht ungefährlich sein, aber dort wird man uns helfen können.«
»Du willst mich begleiten? Wieso das?«
»Sagen wir einfach, in Deinem Zustand trau ich’s Dir nicht zu, alleine dort heil anzukommen :-)«
-
»Also gut, einverstanden. Ich bringe meine Tochter zur Fischerin. Die wird auf sie aufpassen, solange ich weg bin. Pack du alles Notwendige ein. Den Proviant besorge ich, das geht gleich in einem. Morgen früh brechen wir auf!«
»Alles klar. Iiiieh, aber nimm auch was anderes als Fisch mit! Ich hasse Fisch!«

22 - Belagerung der Oger und Sammeln der Streitkräfte
Uneinigkeit schwang in den Ogerrotten vor Skara Brae wieder. Immer wieder kamen sich die Städter mit den Dickwansten vor der Stadt in die Quere, die Situation erinnerte entfernt an Belagerung. Nur mit dem Unterschied, dass die Oger die Stadt nicht völlig abriegelten, was sie ob ihrer enormen Zahl – es mochten 150 oder 250 stämmige Erwachsene gewesen sein – leicht hätten tun können. Es hatte ganz so den Anschein, also ob den Monstern ein wenig der Plan fehlte, was wiederum eigentlich aufgrund ihrer Dummheit nicht weiter hätte verwundern sollen... wenn da nicht die Frage offen bliebe, wer sie vor die Tore der Stadt geführt hatte, und zu welchem Zweck?

Das Sonderbataillon, welches der Lord bestellt hatte, traf schließlich ein und sammelte sich an einer lichteren Stelle des Waldes eine Stunde entfernt südwestlich der Stadt. Von einem Hügel aus hatten die Späher die ersten Menschenfresser in der Ferne ausmachen können, daher hieß es, Lager aufschlagen. Die Krieger wollten keinesfalls mit den Ogern in Kontakt treten, bevor alles bereit war und ihre erfahrene Anführerin das Kommando übernommen hatte.
Alles wartete gespannt, und als die Nacht über die Recken hereinbrach, lagen Tatendrang und Aufbruchsstimmung in der Luft. Die Ungewissheit darüber, was einem die nächsten Tage bringen mochte, besiegte zwar Nachts manchmal den Frohmut, doch in der Menge der Kameraden überwog der Mut und der Kampfgeist in den Gemütern der Krieger. Sie waren zu lange nur Gardisten gewesen. In Delucia mussten nur dann und wann die Orks wieder zurückgeschlagen werden in die saftlosen Hügel. Das reichte einem wahren Kämpfer bei weitem nicht. Und als solche fühlte sich ein jeder Gardist. Des Landes Wehrmacht war da, um sich selbst zu beweisen. Ihr Lord würde stolz auf sie sein, das fühlte jeder im Lager.
Nun fehlten nur noch Lharestia und eine kleine Schar Kämpfer, die sich vorgenommen hatten, jeder für sich und doch auch gemeinsam in einem möglicherweise bevorstehenden Krieg etwas zu bewegen...

23 - Burdo beschließt und beschießt
Nach dem besonderen Genuß der Blaubeeren beschloß Burdo sein weiteres Vorgehen. Bereits jetzt beklomm ihn das bestimmte Gefühl, daß sein Begehren an Rache gegenüber der brutalen Übermacht der vielen Oger, deren breite Trittsiegel er begutachtet hatte, bald dem Faktum der Ohnmacht anheim fiele. Die Anzahl der Oger, die hier vor nicht allzulanger Zeit ihr Lager bereitet hatten, mußte beeindruckend sein. Und so brachte das beiderseitige Abwägen von Erfolgschancen Burdo in einen Zustand der Realität zurück. Bevor Burdo das blanke Entsetzen packen konnte, entschied er sich, den wenigen Spuren nach Süden zu folgen.
Burdo beeilte sich, denn auch diese Spuren waren noch frisch. Eine kleine Gruppe, bald berechnete Burdo drei Oger, hatte sich auf den Weg nach Süden gen Destard aufgemacht und war durch das Unterholz gebrochen. Burdo folgte gebückt der Spur und konnte dann einen Oger ausmachen, der an den rohen Resten eines Beckenknochens nagte. Burdo zögerte nicht und brachte sich in Stellung. Der Bullaphor schien hier die richtige Wahl - Burdo legte sich gleich drei Pfeile zurecht.
Der erste Schuß aus der Tarnung heraus war Burdo bei Windstille wie hier besonders beliebt: Burdo schoß den Pfeil steil in die Luft, so daß er nahezu senkrecht von oben den Oger im breiten Schulterbereich traf. Der Oger brüllte laut auf und blickte nach oben, konnte den Pfeil im Rücken jedoch nicht berühren und den Ort des Schützen nicht bestimmen. Burdo griente und sein Gesicht nahm noch mehr die Bilchform an. Denn schon lag der zweite Bullaphor auf der Sehne. Als der Oger schmerzerfüllt ob der brennenden Wunde wohl zum ersten Mal gymnastische Bewegungen versuchte und dabei in die falsche Richtung schaute, begab sich der zweite Pfeil auf die Reise und brachte wiederum dem Nervenkostüm des Ogers einen Brandherd bei. Nun begann der Oger, am zweiten Pfeil zu ziehen, doch bald brach der Schaft ab und die Spitze brannte borstig in der Lende. Vom Schmerz getrieben, suchte der Oger das Heil in der Flucht und begab sich brüllend auf einen Pfad, den wohl schon die beiden anderen Oger benutzt hatten. Burdo Abschiedsgeschenk bohrte sich in das linke Bein, was den Oger trotzdem beschleunigte. Bald würde das Brennen abnehmen, doch wenn dann die Pfeile immer noch nicht entfernt wären, begännen das Wundfieber und der Wundbrand ihre Arbeit.
Benommen vor Schmerz brach der Oger brüllend und  hinkend seinen Weg über den Pfad nach Süden und Burdo war ihm immer auf den Fersen. Und so kam es, daß ein besonders müder und vor Schmerz überwältigter Oger in eine Lichtung brach, an der zwei Wanderer an einem heruntergebrannten Feuer standen und ihre Waffen bereithielten, denn sie hatten den Oger schon gehört. Der eine schien athletisch gebaut und hielt eine Axt in Händen. Ein Schwert hatte er auch, doch schien ihm für diesen Oger die Axt wohl das Richtige zu sein. Der Andere war schlanker und löste sich in den Büschen am Waldrand fast auf, wenn da nicht die schnelle Bewegung gewesen wäre, mit der er einen Bogen in die Hand brachte und dabei einen langen Pfeil auf der Sehne hatte.
Burdo stoppte am Waldrand, denn er hatte eine Bewegung seitlich des Pfades bemerkt. Dort kauerte eine dunkle Gestalt, die ebenfalls Interesse am Schauspiel auf der Lichtung bekundete, ohne jedoch einzugreifen. Der Oger stoppte auch, den vor ihm lagen zwei weitere Oger bereits tot am Boden. Der Oger blieb stehen und brüllte einen markerschütternden Schrei, bevor ein langer Pfeil seinen Hals vollständig durchbohrte und ihm nur noch gurgelnde Laute erlaubte. Dann begann der Axtträger sein Werk ...

24 - Zusammenschluß
Lharestia rechnete in ihrem Versteck mit einem interessanten Gespräch. Sie hoffte, etwas zu erfahren, was Dagolar und Taimos vorhatten, wo sie hinwollten und vielleicht würde sie auch ein paar Neuigkeiten über die Oger erfahren. Seit sie unterwegs war, hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihren Spähern gehabt. Sie wusste, dass vor Skara schon ein Sonderbataillon auf ihre Ankunft wartete, doch jede Information über die Oger konnte ihr dort von Nutzen sein.

Plötzlich wurde sie von ihren Überlegungen abgelenkt. Durch die Büsche auf der Seite der Lichtung kam ein verwundeter Oger angerannt. In seinem Rücken und in seinem Bein sah sie kleine Pfeile stecken, die ihm scheinbar große Schmerzen bereiteten. Er hinkte auf die Lichtung und schon hatte Taimos seinen Bogen gezückt und mit einem zielsicheren Schuß seine Atmung lahmgelegt. Lharestia pfiff bewundernd durch die Zähne. Bevor der Oger wirklich begriff, was hier mit ihm vorging, hatte auch schon Dagolar seine Axt geschwungen und ihn mit einem gekonnten Hieb wie einen alten Baum gefällt. Kaum lag der Oger am Boden, nahm Lharestia die Gestalt war, die hinter dem Oger durch die Büsche kam. Burdo! Nun wusste sie, wer den Oger auf so tückische Weise verletzt und gleichzeitig kampfunfähig gemacht hatte.

Lharestia war beeindruckt von der ungeplanten Zusammenarbeit dieser drei Kämpfer. Jeder von ihnen hatte sicherlich einen anderen Grund, weshalb sie gegen die Oger kämpften. Doch genauso war jeder von ihnen taktisch klug und doch impulsiv richtig im gemeinsamen Kampf vorgegangen. Sie wusste, wenn sie diese drei dazu bringen konnte, mit ihr nach Skara zu gehen, dann wäre das eine Verstärkung für ihr dortiges Heer, auf das sie nicht so einfach verzichten wollte. Es war ihr außerdem aufgefallen, wie Burdo in ihre Richtung geblickt hatte. Sie war also nicht mehr unentdeckt und so beschloss sie, dass ein Zusammenschluß mit den Kämpfern auf der Lichtung nun an der Zeit war.

"Seid gegrüßt! Einen guten Kampf habt ihr geführt!" Mit diesen Worten trat sie auf die Lichtung. Dagolar wirbelte herum, die Axt bereit zu einem weiteren Schlag. "Aber nicht doch. Willst du mir so für deine Rettung danken?" Dagolar hielt inne und sah sie einen Moment schweigend an. "So gibt es dich also doch noch und die Gerüchte sind war. Lharestia, die verschwundene Kriegerin ist am Leben und auf dem Weg nach Skara Brae." Lharestia nickte und wartet auf die Reaktionen der anderen. Doch diese blieben stumm. Augenscheinlich waren sie zu überrascht. Taimos sammelte sich als erster und grüßte sie. "Nun, ausgerechnet hier hätte ich nicht mit dir gerechnet. Aber wie ich zugeben muss, sieht man diesen beiden dort", er deutete auf die neben ihm liegenden Oger, "doch deine Art des Sieges an. Ich muss zugeben, dass ich schon seit deinem Aufbruch versuchte dir zu folgen. Aber du hast es wieder einmal geschafft, deine Spuren gut zu verwischen!" Nun wusste Lharestia, wer in in den vergangenen Tagen gefolgt war. Das Wissen, dass es sich um einen Freund und nicht um den Feind handelte, beruhigte sie und bestärkte sie in ihrer Entscheidung, einen Zusammenschluß zu erreichen. Sie forderte die drei Kämpfer auf, sich an das noch schwelende Feuer zu setzen und ließ sich von allen dreien ihre Geschichten und den Grund ihrer Verfolgung der Oger erzählen. Taimos und Dagolar gaben bereitwillig Auskunft. Nur Burdo schien ein wenig zurückhaltend. Er sah sie immer wieder ungläubig an und schien unentschlossen, was er von diesem zufälligen Treffen halten sollte. Aber die Erzählungen der anderen und ihr sofortiges Vertrauen in Lharestia, ließen ihn schließlich Zuversicht fassen. Er wollte diese Oger bestrafen, für das was sie getan hatten. Er wollte seine Rache!

Als die Nacht schon hereinbrach, hatten sie sich geeinigt. Zusammen wollten sie weiter nach Skara ziehen und gemeinsam mit Lharestia und den dortigen Soldaten gegen die Oger vorgehen. Doch für die Reise sollte der nächste Tag abgewartet werden. Im Moment schien kein weiterer Oger in der Nähe und so fühlten sie sich sicher. Die Erfahrungen in den Wäldern ließen sie aber nicht unachtsam bleiben und so teilten sie zu ihrem eigenen Schutz Wachen für die Nacht ein.

Am nächsten Morgen, der so still und friedlich schien, als sei nichts Böses in der Welt zu finden, machten sie sich nach einem schweigsamen Frühstück auf in Richtung Skara Brae ....

25 - Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle. Amsel, Drossel, Fink und Star, und nee kleine Ogerschar ...
Seitdem Dragon den Alchimisten Bee Fifty Too am frühen Morgen verlassen hatte, war er stetig Richtung Skara Brae und den Ogern gewandert. Seit knapp einer Stunde hatte er dabei seine Ausrüstung geordnet und so angebracht, daß er sie im Falle eines Überfalles oder eines Kampfes schnell und ohne behindert zu werden, ablegen konnte. Außerdem hatte er seinen geliebten Schmerzenspender fester und entschlossener gepackt und unterzog die nähere und weitere Umgebung einer genaueren Beobachtung. Dabei achtete er vermehrt auf die Tiere und Vögel und schaute immer wieder aufmerksam zum Himmel. Er erinnerte sich noch gut an die Worte und den Rat, die er von Bee Fifty Too am heutigen Morgen zum Abschied erhalten hatte.
„Werter Dragon, wie ich von meinen geflügelten Freunden heute noch erfahren habe, müßte Ihr auf Eurem Weg nach Skara Brae darauf achten, nicht in einen Hinterhalt der Oger zu geraten, da diese Ungeheuer in den letzten Tagen verstärkt die Umgebung mit Überfällen überziehen und dabei brandschatzen, morden und fressen. Doch kann ich Euch einen guten Rat geben, achtet auf die Vögel am Himmel. Wenn Ihr seht, daß sie sich am Firmament zusammenrotten und hektisch und laut zwitschernd und pfeifend über einer bestimmten Stelle kreisen, dann müßt Ihr dort mit Ogern rechnen.
Noch einen letzten Rat im Umgang mit Euren Grabkäfern. Eigentlich sind sie sehr pflegeleicht. Ihr müßt sie nur alle zwei bis drei Tage mit totem, noch blutigem Fleisch versorgen. Sollten sie nicht regelmäßig gefüttert werden, so müßte Ihr auf Eure Finger achten, wenn Ihr sie anfaßt. Sie verabscheuen zwar in der Regel lebendes Fleisch, aber in der Not und wenn der Hunger brennt, dann frißt der Teufel Fliegen und die Grabkäfer auch schon mal lebendes Fleisch.“
Der Tag neigte sich beharrlich seinem Ende entgegen und Dragon hielt nach einem geeigneten Lagerplatz für die Nacht Ausschau. Da entdeckte er plötzlich eine unnatürliche Ansammlung von Vögeln am Himmel, die einige hundert Meter vor ihm hinter einer Kuppe hektisch in geringer Höhe kreisten und dabei einen Höllenlärm verursachten. Dragon beschleunigte seinen Schritte und erreicht den Scheitel der Kuppe nur wenige Augenblicke später. Der Zwerg konnte noch gerade erkennen, wie drei Oger in einem kleinen Wäldchen in ca. 1.000 Schritt Entfernung verschwanden und dabei wild mit ihren Keulen schwangen.
„HoHo, da vorne laufen doch tatsächlich drei Humpen für Dein Gedeck herum. Komm Dragon, amüsier Dich doch ein bisschen mit ihnen schnapp Dir ihre Schädel. Dein Großvater wird sich freuen. Aber denke an Bee Fifty Too's Warnung.“
Aufgeregt lief Dragon hinter den Ogern her und erreichte wenige Minuten später voller Erwartung und in freudiger Erregung das kleine Wäldchen, in dem seine Beute eben verschwunden war.

26 - Wer schlägt so spät des Nachts und bei Wind, es ist der Zwerg und er rettet das Kind ...
       ... oder auch zwei oder drei

Als Dragon gerade einige Schritte in das Wäldchen eingedrungen war, vernahm er entsetzte Schreie von zwei bis drei Menschenkindern oder -frauen und das dumpfe, kehlige Grollen von mehreren Ogerstimmen, so etwa drei.
„Hilfe, Hilfe, hört uns denn keiner?? Haut ab, Ihr ekelhaften, stinkenden Schweine. Laßt uns in Ruhe und schert Euch zurück in die Kloake, aus der Ihr gekrochen seid. Reicht Euch nicht, daß Ihr meinen armen Mann und meinen Bruder erschlagen habt. Oh, wenn ich doch nur eine Waffe hätte, ich würde Euch Eure häßlichen Fratzen einschlagen und Euch Eure fetten Bäuche aufschlitzen ...“
Da war es auch schon um Dragons Vorsicht und Zurückhaltung geschehen. Wutentbrannt ließ er seine Ausrüstung fallen, umfaßte seinen Schmerzenspender und stürmte in den Hain. Da sah er sie auch schon. Auf einer kleinen Lichtung vor einem großem Baum lagen zwei tote Männer. Auf eben diesem Baum kauerten eine junge Frau und zwei kleine Mädchen, die sich zitternd an den Stamm preßten.
Mit einem gellenden Schrei tiefster Wut und voller Haß auf die drei Oger, die mit den drei Menschen im Baum spielten, stürzte sich Dragon auf den direkt vor ihm stehenden Oger und ehe dieser sich versah, hieb ihm der erzürnte Zwerg sein Schlachtbeil bis zum Kinn in den Schädel und spaltete ihm diesen.
„Scheiß auf den Schädel, dann werden eben Eure beiden Schädel das Gedeck meines Großvaters zieren.“
Mit diesen Worten riß er seinen Schmerzenspender aus dem erschlagenen Oger und stürzte sich mit irrem Blick auf die zweite Kreatur, die gerade nach dem Fuß der jungen Frau in dem Baum griff.
„Nimm dies, Du Mißgeburt der Hölle und scher Dich in die Finsternis zurück, aus der Du hervorgekrochen bist!“ und wuchtete seine Waffe haßverzerrt ins Rückgrat der üblen Kreatur. Noch bevor das Gehirn der Bestie registriert hatte, daß sie gestorben war, trennte Dragon ihr mit dem Rückschwung seines Witwenmachers den Schädel wuchtig von den Schulter.
„Du wirst einen guten Humpen abgeben!“ und bei diesen Worten segelte der Ogerschädel einige Schritte weit fort und traf den letzten Oger im Kreuz. Unwirsch erhob das Monster sich und drehte sich wütend um. Dabei entdeckte Dragon Fleischfetzen, die dem Dämon aus dem Maul hingen und er erkannte, daß er ihn gerade beim Fressen gestört hatte.
„Du widerliche Pestbeule der Verdammnis, Du wirst Dich an diesem letzten Mal verschlucken, denn ich werde Dich 1.000 Qualen der Hölle erleiden lassen, bevor ich Dich zu Deinen verfluchten Ahnen schicken werde. Komm her und stelle Dich Deinem Erlöser.“
Wutschnaubend stürzte sich der Oger mit seiner riesenhaften Keule, die er noch schnell vom Boden genommen hatte, auf seinen Angreifer, um seine Kameraden zu rächen und seinem Abendmahl etwas Zwergenfleisch als Dessert hinzuzufügen.
Doch darauf hatte Dragon nur gewartet. Geschickt tauchte er unter dem ersten ungestümen Angriff hindurch und rammte dem Oger sein Schlachtbeil wuchtig und tief in den linken Oberschenkel. Die Kreatur stolperte durch die Wucht seines Vorstoßes und der Kraft von Dragons Hieb noch einige Schritte nach vorne, bis sie endlich zum Stillstand kam und sich nach ihrem Opfer umdrehen wollte. Doch das Ungeheuer knickte mit dem schwerverletzten Bein ein und starrte entsetzt auf die heftig blutende Wunde.
„So, Du mieser Abschaum, mach Dich bereit, vor Deine verfluchten Ahnen zu treten, aber keine Angst, Ich werde Dir noch genügend Zeit lassen, damit Du Deine Geburt bereuen und für Deine ruchlosen Taten zahlen kannst. Und paß gut auf, Deine letzten Minuten sind angebrochen.“
Mit Eiseskälte im Blick und hocherhobenem Schlachtbeil näherte sich Dragon seinem Gegner und trieb ihm sein Beil durch den rechten Oberschenkel und trennte diesen säuberlich vom Rumpf des Monsters. Das Blut schoß der verletzten Kreatur aus den tiefen Wunden und mit markerschütterndem Brüllen brach der Oger zusammen. Gemächlich schritt der Zwerg auf seinen verstümmelten Feind zu und hieb ihm mit dem dritten Schlag den linken Arm ab.
„Das wird Dich lehren, nicht mehr mit Deinem Essen zu spielen und jetzt genieße es, wie ich Dich filetieren werde ...“
„Wartet, Herr, tötet ihn nicht. Ich bitte Euch, laßt mich ihm den Todesstoß dafür versetzen, daß er mir den Mann und den Bruder, und meinen Kindern den Vater und den Onkel nahm. Bitte, gewährt mir die Gnade meine Familie zu rächen.“
„Kommt her, junge Frau. Ihr müßt mir aber versprechen, seinen Schädel unbeschädigt zu lassen. Ich brauche ihn noch.
Heute scheint Dein Glückstag zu sein, Du mieses Schwein, denn wenn es nach mir gehen würde, wurde ich Dir jedes einzelne Körperteil einzeln abschneiden und Dir Deine Haut noch bei lebendigem Leibe herunterschälen.“
Mittlerweile war die junge Frau vom Baum heruntergeklettert, hatte sich ein herumliegendes Messer gegriffen und kam hölzernen Schrittes zu Dragon und seinem Gegner.
„Hier, Du Teufel, nimm dies für meinen Mann und das für meinen Bruder und dieses für den Vater meiner Töchter und das für ihren Onkel. Und dies, und dies, und ...“ und die junge Frau stach ein ums andere Mal dem Ungeheuer ihre Klinge in die Brust. Sie stach noch zu, als der Oger schon lange seinen letzten Atemzug getan hatte. Vorsichtig trat Dragon an die junge Frau heran, wandt ihr das Messer aus den Fingern und führte sie mit beruhigenden Worten zu ihren Kindern, die mittlerweile auch schon von ihrem Baum herunter geklettert waren und sich ängstlich aneinander klammerten.
„Sachte, sachte, junges Kind. Kommt, ich bringe Euch zu Euren Töchtern und kümmere mich zuerst einmal um den Kadaver und komme gleich wieder zu Euch zurück.“
Beim verstümmelten Kadaver des letzten Ogers angelangt, holte Dragon noch einmal mit seinem Schlachtbeil aus und trennte auch diesem Ungeheuer den Schädel vom Rumpf. Danach griff er sich den Schädel, brachte ihn zu dem Schädel des zweiten Ogers, nahm Bee Fifty Too's Behälter mit den Grabkäfern hervor und setzte beiden Schädel jeweils ein Grabkäferpaar an und überließ ihnen für’s erste seine Trophäen.

27 - Eine etwas andere Ogermahlzeit
«Hmm, was soll das denn, erst werden wir 'rumgeschüttelt, als würden wir Grashüpfer reiten, und jetzt packen uns doch glatt noch derbe Zwergenfinger an. Ob ich da mal einfach so 'reinbeißen sollte? Und wo sind unsere Partner? Au! Was wird das plötzlich so hell - weiß der Grobian von Zwerg nicht, wie das in den Ocellen schmerzt?»
«Moment, Anthrenus, laß ihn - ich rieche da was besseres, als das, was uns früher dieser andauernd nach Chemikalien riechende Mensch je gegeben hat!»
«Ach Attagenus, was gibt es besseres als Rattenfleisch? Ich rieche nur geronnenes Blut.»
«Kennst du den Geruch nicht - das ist Oger! Und das Blut ist gerade geronnen. Das kenne ich noch von meinem vorletzten Larvenstadium. Ich hab' schon Vielerlei fressen müssen, doch dies hier riecht einfach exquisit, das mußt du kosten. Komm Anthrenus!»
Kaum daß sie auf dem Schädel saßen, begann die beiden Freunde ihre subcutanen Aktivitäten.
«Hmm, du hascht Rescht, Atta, dasch ischt escht besser als Ratte!» meinte Anthrenus schmatzend, als er wie wild in Kreisen den Fasern des Mundmuskels hinterherfraß, wodurch die Lippen des Ogers zu seltsam einseitigen Grimassen gezwungen wurden, bevor sie zusammenfielen. «Bei dem Angebot schollte isch meine Frau fragen, ob schie nun Lust auf Naschwugsch hat, fallsch unsch der Zschwerg wieder zschuschammenbringen schollte.»
«Du denkscht immer nur an schlafen, fressen und dasch eine. Aber Rescht hascht du, wenn hier noch mehr davon ischt, können wir unsch alle endlisch Naschwugsch leischten.» Und damit fraß sich Attagenus in den Stirnmuskel und war nur noch als schmatzende wandernde Beule oberhalb der Augenbrauen erkennbar. Es schien, als höbe der Oger verwundert ob der Käferdiskussion eins um andere Mal die Augenbrauen. Nach einiger Zeit hing die Haut schlaff und lose auf den Schädelknochen und es sah aus, als sei sie für den Ogerschädel einfach ein paar Nummern zu groß. Zwei vollgefressene Käfer trafen sich in den Nebenhöhlen, waren vorerst satt und sich einig.
«Anthrenus, wenn wir noch so ein Exemplar finden, Rülps, dann könnten wir glatt einen Clan gründen.»
«Ich hätte nichts dagegen, Atta, solange deine Larven genug zu fressen haben und meine Kinder in Ruhe lassen!» Dabei kotete Anthrenus gezielt in die Nasenhöhle, um sich des zunehmenden Leibesdrucks zu erwehren.
Attagenus schaute etwas bekümmert. «Aber Anthrenus, du weißt doch, wenn die Kleinen Hunger kriegen, dann hält die nix. Da muß sogar ich dann aufpassen, um nicht vor, sondern nur hinter ihnen zu sitzen.»
«Ja, ja, Atta, ich weiß - eure Art ist halt immer etwas hungriger gewesen.» Und damit fielen die beiden in einen wohlverdienten Mittagsschlaf.

28 - Traurig, traurig wart die Nacht, die von der armen Bauersfamilie wart anders gedacht
Nachdem Dragon die Leichen der Oger durchsucht und auf einen Haufen gestapelt hatte, wandte er sich an die schluchzende junge Frau und ihre beiden kleinen Töchter, die um die beiden toten Familienmitglieder herumknieten.
„Nun, mein junges Kind, wohin kann ich Dich und Deine Kinder begleiten?? Gibt es hier in der Nähe irgendein Dorf, oder einen Bauernhof, wo Ihr Unterkunft findet könnt??“
Heulend, schluchzend und am ganzen Körper zitternd, drehte sich die junge Mutter zu dem Zwergenkrieger um.
„Minta ist meine Name, werter Krieger. Wir waren auf dem Weg zu unseren Verwandten ganz hier in der Nähe. Da kamen diese Scheusale und haben uns hier hin getrieben und meinen armen Mann Thalar und meinen Bruder Thulur hinterrücks erschlagen und wenn Ihr nicht gewesen wärt, dann hätten diese Monster auch uns ermordet und gefressen. Ich weiß, es steht mir nicht an, Euch darum zu bitten, aber wenn Ihr mich und meine Töchter Fanta und Peppels zu unseren Verwandten bringen könntet, dann hättet Ihr für diese Nacht auf jeden Fall ein Nachtlager.“
„Gerne nehme ich Dein Angebot an und begleite Dich und Deine Töchter zu Deinen Verwandten. Wenn Ihr meinen Rucksack, und meine Ausrüstung mitnehmen könntet, dann würde ich Eure beiden Männer zum Bauernhof Deiner Familie tragen.“
Bereitwillig erklärte sich Minta bereit und wies ihre beiden Töchter an, Dragons Rucksack, samt Quetschebüggel, vom Rand der Lichtung zu holen. Derweil begab sich Dragon zu den beiden abgeschlagenen Ogerschädeln und begutachtete das Werk der Grabkäfer.
„Fein, fein, meine Lieben, da habt Ihr aber ganze Arbeit geleistet. Jetzt nur noch die Haut und das Gehirn entfernen und Euch wieder zurück in Euer Heim legen und dann kann ich auch diese Schädel in meinem Beutel zu den beiden Orc-Schädeln legen. So, dann kommt mal her meine kleinen Lieblinge. Hmm, am besten packe ich die Haut auch erst einmal in etwas Leder und lege sie zu den Schädeln.“
Anschließend säuberte er noch seinen Schmerzenspender und übergab ihn an Minta mit dem Hinweis: „Achte bitte sorgsam auf meinen Freund, nur ihm habt Ihr Euer Leben zu verdanken.“
Danach ging er zu den beiden Leichen, schulterte sie sich, wobei er mehrmals nachfassen und das Gewicht hin und her verteilen mußte und folgte mit schweren Schritten und schwer atmend der so leidgeprüften Familie.
Eine halbe Stunde später erreichten sie endlich den Bauernhof und Dragon zog sich, nachdem er die beiden Leichen an den Vater von Minta übergeben und kurz von den Ereignissen berichtet hatte, müde in den Stall zurück, wo ihm die freundlichen Bauersleute ein Nachtlager bereitet hatten.
Seine letzten Gedanken vor dem Einschlafen waren:
„Dragon, am nächsten Tag müßtest Du eigentlich Skara Brae erreichen. Was wird Dich dort wohl erwarten?? Wirst Du dort Gleichgesinnte im Haß auf die Oger finden und wird man Deine Dienste überhaupt benötigen?? Na und wenn schon, wenn Dich keiner will, dann kannst Du ja immer noch Deinen Privatkrieg gegen diese Scheusale weiterführen, den Du heute Abend so erfolgreich begonnen hast. Na Du wirst schon sehen ...“

29 - Doppelte Familienplanung
Der Mittagsschlaf war fast zu Ende, da wurden Attagenus und Anthrenus aus dem Schlaf gerissen. Instinktiv zogen sie Beine und Fühler ein und kullerten so nach ein paar Drehungen und Richtungswechseln ihrer Höhle aus derselbigen und in die Hand des Zwerges, der sich als neuer und guter Futterspender herausgestellt hatte. Nur die Umgangsformen waren noch etwas ... äh, sagen wir mal 'unkäferlich'.
«He! Was soll das? Hat der noch nichts von wegen Anklopfen gehört?» Anthrenus Ruf blieb unbeantwortet, statt dessen rutschten er und Attagenus vom verbleibenden Tageslicht nur noch mäßig beeindruckt weiter und aus der Hand in die Schachtel, die seit kurzem ihr neues Zuhause war. Im darin liegenden Stroh hielten sich beide sofort fest, nachdem das Licht weiter nachließ - der Deckel war zu.
«Verdammt, werde ich denn nie gefragt ...» doch weiter kam Attagenus nicht, denn der Lichtstrom schwoll erneut an und aus der hellen Öffnung fielen zwei weitere Käfer in die Transportbox und das Licht erlosch erneut.
«Huhu Attagenus, bist du hier?» Diese Stimme war Attagenus doch sehr vertraut. Schnell strich er sich über die Fühler.
«Hi hi, der schläft bestimmt noch!» Das Kichern war eindeutig höherer Frequenz und kam von jemand anderem.
«Oh weh, die Ladies haben wieder mal voll die Sause gemacht und zu viel am Tränensack genuckelt.» Attagenus Vermutung stimmte nur teilweise, denn die gute Laune der Käferdamen hatte einen anderen Grund. Voll Verzückung nahm Attagenus den Geruch von Attagena wahr, offensichtlich hatte sie die gleiche Idee wie Anthrenus und er gehabt, war nur -  wie so oft - schon einen Schritt weiter und lockte verführerisch. Die andere Käferdame und alles andere waren ihm schlagartig egal.
«Attagena, ich muß dir was erzählen ...» waren Attagenus letzen Worte, bevor er auf Attagena kroch.
«Das hat doch auch für später Zeit, ...» meinte Attagena kurz und raschelte aufgeregt mit den Deckflügeln.
«Und du, Anthrenus, was ist mit dir?» Die zweite Dame hatte Anthrenus schimmernde Punkte auf den Flügeldeckeln ausgemacht und war direkt auf ihn zugekrochen. Sie roch irgendwie auch noch nach Oger und war bemerkenswert dick geworden. Sie hatte(n) also auch ein Oger-Festmahl gehabt und ihr Pheromoncocktail brannte verheißungsvoll in Anthrenus Fühlern wie eine warme Fackel in einer kalten Winternacht. «Bevor du mir Vorwürfe machst, Anthrena ...»
In einem waren sich beide Paare sicher: Sie hatten das große Los gezogen und diesmal würden sie nicht so einfach getrennt werden.

30 - Ein Gedicht am Morgen, ein Spaziergang in frischer Luft
       und dann eine Begegnung, die Unsicherheit hervorruft

Wie meist, wenn er gekämpft und eine Menge Blut vergossen hatte, wurde Dragon in der anschließenden Nacht vehement und inbrünstig von der Muse geküsst und nicht selten erblickte ein neues Heldenepos oder eine herzergreifende Ballade das Licht der Welt. So auch dieses Mal. Kaum kitzelten die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne den wackeren Zwerg an seiner Nase, da schlug er auch schon die Augen auf und rieb sich die Schläfrigkeit aus den Augenwinkeln.
„Na Dragon, was haben wir denn da, ist das etwa der Beginn einer neuen heldenhaften Ballade?? Mal sehen, wie war das noch??

    Einst brach einer auf, aus dem Volke der Zwerge,
    aus der Nähe von Minoc, aus den Höhlen unter dem Berge,
    zu suchen und finden den Stoff für Epen und Legenden
    und aller Orten die Bedrohung des Finsteren zu beenden.
    So zog er voll Tatendrang aus und reiste quer durch die Lande
    und traf schließlich auch endlich auf eine kleine Ogerbande,
    die erschlugen zwei junge Männer und bedrohten die Frauen.
    Da brach der Zwerg über sie ‘rein und stört sie beim kauen.
    Dem ersten spalt er den Schädel bis tief hin zur Brust,
    dem zweiten hieb tief er ins Mark mit inbrünstiger Lust,
    und fegte hinfort den häßlichen Kopf des tumben Scheusals,
    als er schwang ihm sein Schlachtenbeil mit Wucht in den Hals.
    Dem Letzten, der kaute, dem trennte er ab all seine Glieder,
    doch letztendlich stach diesen die Frau aus dem Baume nieder.
    So rettete der Krieger der Zwerge die Menschenkinder
    und gab seinen Käfern, der er empfangen von einem Erfinder,
    die Schädel der Monster, der Oger zum Feste Schmaus
    und brachte die Lebenden und Toten dann sicher nach Haus.
    Nach einer ruhigen Nacht sind des Zwerges nächste Ziele,
    zuerst einmal Skara Brae, wo es geben soll der Oger gar viele
    und dann die Schlachtenformation aus dem Menschengeschlecht
    sich ihr anzuschließen zu kämpfen für die Ehre und das Recht.

Hört sich für den ersten Entwurf ganz gut an, mein lieber Dragon. Damit wirst Du Deinem Ruf wieder einmal gerecht.“
Nach einem ausgiebigen Frühstück und einige tröstenden Worten für die trauernden Hinterbliebenen, brach Dragon endlich zu seiner letzten Etappe nach Skara Brae auf, wo er sich dem Heer der Verteidiger von Skara Brae anschließen wollte.
Auf seinem Weg nach Skara Brae mußte er einige Male Umwege einlegen, um sich nicht mit umhermarodierenden Ogerbanden anlegen zu müssen. Selbst für ihn waren Banden von 5 bis 10 Oger ohne triftigen Grund eine Herausforderung, der er sich nicht immer stellen mußte. Sonst kämen ja andere überhaupt nicht zu ihrem Vergnügen. So kam es, daß er erst in den frühen Nachmittagsstunden Skara Brae erblickte.
„Was ist denn das dahinten?? Nähern sich dort hinten nicht drei Männer und eine Frau der Ansiedlung?? Vielleicht solltest Du Dich ihnen anschließen, Dragon?? Sie scheinen auch nicht hier aus der Gegend zu stammen, dafür sind sie zu gut gerüstet.
Hallo, Ihr vier, wollt Ihr auch nach Skara Brae?? Heh, so wartet doch auf einen einsamen Wanderer. Heh, nun bleibt doch endlich stehen. Immer diese Hetze bei den Langbeinen. Jetzt kannst Du auch noch rennen, na hoffentlich hast Du Dich bei den Vieren nicht geirrt und sie wollen den Menschen in Skara Brae nicht Gutes. Aber dafür ist es jetzt auch schon zu spät. Sie haben Dich entdeckt. Aber, was soll’s, wenn das Quartett nicht nicht sauber sein sollte, dann muß Du ihnen ja nur Deinen Schmerzenspender vorstellen, es sind ja schließlich nur vier Langbeine.“
Und schon rannte der stämmige und großzügig bepackte Zwergenkrieger den kleinen Hügel herunter und steuerte auf die kleine Gruppe zu. Im Laufen noch ordnete er unauffällig seine Ausrüstung, um im Falle des Falles alles abwerfen und seinen Schmerzenspender ziehen zu können, falls es doch zu einem Kampf kommen sollte.

<weiter ...>... really classic music